Dänischer Delegationsbesuch

Vom 24. bis 26. August 2016 empfing die BASFI ein neunköpfiges Team von Fachkräften der Jugendarbeit aus Dänemark, Aarhus, um sich über Fragen der Jugendarbeit auszutauschen.

 

Wir freuen uns, dass wir von einem neunköpfigen Team von Jugendarbeitern und Managern von Jugendzentren im o. g. Zeitraum Besuch erhielten und uns fachlich austauschen konnten.

Die Delegation kommt aus dem Norden der Aarhus Gemeinde Dänemark „Young Aarhus“.

Die dänischen Kollegen und Kolleginnen sind sehr auf die Kooperation mit den

verschiedenen Schulen angewiesen, da diese das Angebot für die Jugendlichen finanzieren sollen. Die Zielgruppe der Jugendzentren in Dänemark ist i. d. R. im Alter von 13 bis 18 Jahren.

Am ersten Tag erhielten die Kolleginnen und Kollegen von Frau Klipp einen Überblick über das System der Jugendarbeit in Hamburg und die Kooperationen mit anderen Arbeitsfeldern. Die Einrichtungen, die besucht wurden, befinden sich alle im Bezirk Mitte, um lange Fahrten zu vermeiden.

Ihrerseits brachten die dänischen Gäste eine Präsentation mit, die erläuterte, auf welcher fachlichen Grundlage das Team arbeitet. Es handelt sich um das Modell von

„Jan Tonnesvang“. Am ehesten würden wir den Ansatz mit einem ganzheitlichen Ansatz zum Empowerment vergleichen. Die dänischen Kollegen und Kolleginnen haben die Präsentation auch in Form von Piktogrammen erarbeitet, so dass sie diese leicht als Angebot in die Schulen mitnehmen können und so den fachlichen den Rahmen der gemeinsamen Arbeit erläutern können. Davon können wir in Hamburg gut lernen und dies als positives Beispiel der Darstellung von Jugendarbeit verwenden.

Schwerpunkte des Programms: Kooperation Jugendhilfe Schule, Methoden, soziokulturelle Medien, Offene Kinder- und Jugendarbeit und Übergang Schule Beruf.

 

Am zweiten Tag stand als erstes das Haus der Jugend (HdJ) Wilhelmsburg als kommunales Jugendzentrum auf dem Programm. Das HdJ Wilhelmsburg ist eine gewachsene Einrichtung im Reiherstiegviertel, es besteht seit 1968; die HdJ Gesamtgröße beträgt 1700 qm.

Die Hauptzielgruppe des HdJ Wilhelmsburg als Einrichtung der offenen Kinder- und

Jugendarbeit bezieht sich auf junge Menschen im Alter von 6- 28 Jahren, zur Arbeit gehört aber auch die Arbeit mit Familien im Viertel, SAE Projekte und Kooperationsprojekte mit den Schulen. Das Haus beherbergt auch eine Kita.

Für die dänischen Gäste waren das vielfältige Angebot des HdJ, die langjährige Erfahrung mit der sozialpädagogischen Arbeit in einem Gebiet mit ungünstigen Sozialindikatoren und die zahlreichen engen Kooperationen interessant.

Im fachlichen Austausch ging es daneben insbesondere um den Umgang mit extremistischen islamischen Strömungen und die Arbeit mit geflüchteten Menschen. Besonders beeindruckt waren die Mitglieder der dänischen Delegation von der Größe und Ausstattung des Hauses u. a. mit Fitnessräumen und einem Tonstudio, dem großen ehrenamtlichen Engagement früherer Nutzerinnen und Nutzer und der erfolgreichen Spenden- Akquise der Leitung. Sie zeigten sich außerdem an Fragen der Personalausstattung interessiert.

 

Im Anschluss besuchten wir gemeinsam die HipHop Academy der Stiftung Kulturpalast Hamburg und die zurzeit laufenden Kurse. Nach einer Präsentation der Gesamtprojekte des Kulturpalastes lernten wir im Wesentlichen die Arbeit der HipHop Academy kennen.

HipHop als globale Kultur und Lebensstil erreicht alle Jugendlichen und dient der Talentförderung. Die Academy hat Dependancen in nahezu allen Hamburger Stadtgebieten und kooperiert auch mit dortigen mit Schulen. Die Raumkapazität des Kulturpalastes reicht für den gestiegenen Bedarf und die Nachfrage nach Kursen nicht mehr aus, so dass der Kulturpalast anbauen muss. Zurzeit werden die Kurse in Containern durchgeführt. Nach Fertigstellung wird der KPH auch über ein Kita Angebot verfügen, das sich gut mit dem Projekt der Klangstrolche und musikalischer Früherziehung verbinden lässt. Außerdem ist die HipHop Academy sehr erfahren in internationalen Austauschprojekten.

In Dänemark gibt es eine ähnliche Arbeit mit den sog. Rap Schools, und prompt entstand die Idee, anlässlich dessen, dass Aarhus europäische Kulturhauptstadt 2017 wird, einen Austausch zu planen.

Im Anschluss besuchten wir die Kurse der Academy und konnten erleben, mit welcher Begeisterung die jungen Menschen und die Trainer gemeinsam an einer Produktion arbeiteten.

 

Den Abschluss des Besuches in Hamburg bildete am Freitag das Projekt „Come In“ des Trägers GSM Training und Integration GmbH. Zielgruppe sind hier junge Menschen am Übergang Schule/ Beruf im Alter von 18 bis 25 Jahren. Das Projekt hat eine erfolgreiche Vermittlungsqoute (insgesamt 48 % für verschiedene Übergänge) aufzuweisen und ist als best practice Beispiel ausgezeichnet worden.

Auch die Jugendberufsagentur wurde kurz mit ihrer Arbeit und dem Motto: Niemand soll verloren gehen!“ dargestellt.

Für die dänischen Kolleg/inn/en ist es interessant, dass in Hamburg schon so frühzeitig  Unterstützungsmöglichkeiten im Übergangsstadium angeboten werden.

Außerdem wurde deutlich, dass das Format, das Grundverständnis der Jugendarbeit, bei beiden Projekten auf derselben professionellen Haltung beruht.

Hinzu kommt auch hier, dass der Träger „Come In“ / „GSM“ international sehr erfahren ist und sich insofern eine Fortsetzung der fachlichen Austausche, evtl. auch mit weiteren  Partnern anbietet. Der Träger arbeitet intensiv mit schwedischen Partnern und im baltischen Raum. Zusammenfassend ist fest zu halten: Der Austausch war inhaltlich sehr bereichernd für beide Seiten. Und es wurden zukünftige Projekte geplant, um eine nachhaltige Partnerschaft aufzubauen.

 

Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration