Unser Psychomotorikangebot

- Ein Überblick

Seit 2004 bietet das HdJ ein umfangreiches Sport-, Bewegungs-, Begegnungs- und Psychomotorikangebot, bestehend aus wechselnden Kletter- und Balancierlandschaften, einem Zirkusprojekt, Ballspielen und Trampolinangeboten an. Fun - Sportelemente (Rasenski, Hamsterrolle, Baumstammweitwurf etc.) sind Bestandteile unseres Sportprojektes.

Jeden Montag, Mittwoch und Donnerstag von 08.00 bis 18.00 Uhr gibt es dieses Sportangebot, im Schnitt durchlaufen rund 650 Kinder im Alter von 3 - 15 Jahren die verschiedenen sportlichen Angebote wöchentlich.

Um die Angebote nutzen zu können nehmen einige Schulklassen (offizielles Schulsportangebot) lange Fußwege „bei Wind und Wetter“ in Kauf.

Die Stunde beginnt mit einem Aufwärmprogramm, nach kindgerechten, gymnastischen Übungen nehmen die Kinder danach auf den Bänken in der Sporthalle Platz.

Die Kinder werden freundlich und motivierend begrüßt, einige Kinder erzählen von privaten Erlebnissen.

Ein, zwei freiwillige Kinder werden ausgewählt den Sport-Parcours zu „durchlaufen“ und somit den anderen, noch wartenden Kindern, den Ablauf des  Parcours vorzuführen.

Ein Mitarbeiter zeigt den Kindern dabei die besonderen Schwierigkeiten des Parcours auf.

Regelmäßig werden unter aktiver Einbeziehung der Kinder die Regeln für die Sportstunde besprochen. Die Sprache spielt eine wichtige Rolle während des gesamten Psychomotorikangebots. 

Ein Parcours besteht grundsätzlich aus 8- 10 unterschiedlichen Elementen.

Jedes Element wird gezielt für eine spezielle Entwicklungsförderung eingesetzt. Übungen für die Arm-, und Beinmuskulatur, die Geschicklichkeit, die Förderung des Gleichgewichts, die Ausdauer, Kraft und Kondition, Konzentration, aber auch Übungen zum Überwinden der eigenen Ängste beinhaltet unser Angebot.

Bei den Übungen wo Mut und Überwindung wichtig sind, kommt den Betreuern eine große Verantwortung zu (Zugewandtheit den Kindern gegenüber, das Gespräch suchend), die Kinder müssen ihnen absolut vertrauen.  

Zum Schluss jeder Stunde setzen sich die  Kinder nochmals auf die Bänke. Es wird darüber gesprochen, was ihnen am meisten gefallen hat, was ihnen missfallen hat, was zu schwer für sie war.

 

Grundsätzliches:

Kinder haben einen natürlichen Drang nach Bewegung, Bewegung ist die Basis für frühkindliches Lernen. Bewegung hat Einfluss auf die Gefühle der Kinder (Bsp.: Lust, Ängste, Freude etwas Schweres geschafft zu haben).

Bewegung hat einen großen Einfluss auf das Sozialverhalten (sich  Regeln unterordnen, warten können, verbal bzw. nonverbal Trost spenden, Respekt vor der Leistung des anderen Kindes haben und auch äußern, nicht lachen wenn einem anderen Kind etwas misslingt).

Einige Übungen können die Kinder nur in der Gruppe oder zu zweit lösen (etwa Arbeit mit Bällen, Rollwagen, Rasenski).

Die Kinder geben sich zum Teil aber auch gegenseitig Hilfestellung, was ihr Sozialverhalten/ das Sprachverhalten positiv unterstützt.

Kindern, die etwa an Konzentrationsschwächen leiden, kann mit gezielter

psychomotorischer Förderung geholfen werden.

Wichtig sind Übungen, die die Kreativität der Kinder fördern. Sie können und sollen selbst entscheiden, wie sie die Aufgaben bewältigen und erlangen dadurch eine Selbstständigkeit.

Das Kind ist Akteur seiner Entwicklung.

Das Selbstwertgefühl und das Selbstbewusstsein der Kinder werden gestärkt, sie erkennen ihre eigenen Schwächen und vor allem Stärken und schaffen sich ein Selbstkonzept.

Es kommt immer wieder vor, dass die Kinder an ihre Grenzen stoßen und sich zunächst nicht trauen eine Hürde zu meistern. Die Mitarbeiter sprechen den Kindern Mut zu ihre Ängste abzubauen und die Kinder entwickeln ihren eigenen Ehrgeiz auch diese Hürde zu schaffen.

Es soll  kein direkter Leistungsvergleich zwischen den Kindern entstehen.

Alle sollen stolz auf sich (das individuell Geschaffte) sein und ihre Fähigkeiten nicht übermäßig an denen der anderen messen. 

Die Kinder sollen Spaß an sportlicher Betätigung haben, sie setzen sich stets neue Ziele und integrieren den Sport in ihren Tagesablauf.

Ohne Spaß und Motivation können keine dauerhaften Erfolge erzielt werden. Die Kinder verlieren schnell die Lust wenn sie unterfordert werden, sie dürfen aber auch nicht überfordert werden, denn das würde zu einem vergleichbaren negativen Ergebnis führen.

Es ist uns wichtig, dass die Eltern in die Sportprojekte mit eingebunden werden.

Zum Wohle der Kinder sollen Eltern und Mitarbeiter in einem engen Wechselverhältnis agieren. Beide „Partner“ sollen sich ergänzen und bereichern.

Selbstverständlich ist so eine Erziehungspartnerschaft eher schwierig bis unmöglich. Viele Eltern haben wenig Zeit, andere wenig Interesse und wieder andere sind sprachlich nicht in der Lage bzw. fühlen sich nicht in der Lage, um in einem solchen Projekt mitzuarbeiten.

Umso mehr gilt es, motivierte Eltern mit in das Projekt einzubeziehen.

Unsere Elternbildungsarbeit sieht vor, dass diese Mütter und Väter zuschauen, mitarbeiten, helfen und fortgebildet werden.

Die Eltern erlernen innerhalb der Projektangebote häufig auch das Spielen mit ihren Kindern neu.

 

Erfolgskontrolle:

Nach jeder Sportstunde wird eine kurze Erfolgskontrolle mit den beteiligten Kindern und Mitarbeitern durchgeführt.

Die Kinder haben die Möglichkeit von ihren Erlebnissen zu erzählen, zu beschreiben, wo sie Ängste verspürt haben, aber auch welche Aufgaben ihnen besonders gefallen haben. Es dürfen Wünsche geäußert werden, welche Teilstücke des Parcours in den nächsten Stunden wiederholt, erschwert aufgebaut oder weggelassen werden sollen.

Im Anschluss besprechen die Mitarbeiter das eben Gehörte und halten fest, welche Punkte beim nächsten Mal beachtet werden müssen.

Eine weitere Erfolgskontrolle untersucht das gesamte Sport-, Bewegungs-, und Begegnungsprojekt ganzheitlich auf seine Erfolge und Qualität. Einmal im Jahr setzen sich die beteiligten Projekt/MA zusammen und überprüfen das Projekt.

Untersucht werden äußere Faktoren wie Ort, Zeit, Größe, Dauer, Häufigkeit, der Betreuungsschlüssel, aber selbstverständlich auch innere Faktoren wie die Zusammenarbeit der Betreuer und die Erfolge, die bei den Kindern erzielt werden konnten. Die inneren Indikatoren teilen sich ebenfalls noch mal auf in motorische Fähigkeiten, Sprache, Phantasie, Sachkompetenz und soziales Verhalten.

Einige Ergebnisse:

Das Arbeitsklima der Projektmitarbeiter aus unterschiedlichen Arbeitsfeldern (Schule, Jugendhilfe, Hochschule, Eltern) wird von allen Beteiligten als sehr bereichernd und wertschätzend erfahren.

Bei allen Kindern werden zum Teil große Lernfortschritte, auch in sprachlicher Hinsicht, erzielt.

Die körperliche Betätigung bringt den beteiligten Kindern großen Spaß.

Außerdem wird festgestellt, dass sich das Sozialverhalten vieler Kinder positiv verändert.

Beim Projektbeginn kommen viele von ihnen unruhig, aggressiv, sich wenig an die Regeln haltend, bereits nach kurzer Zeit verändert sich dieses im Regelfall positiv.