Kooperationsprojekt mit der Schule Fährstraße:

Hip Hop Tanzkurs für Mädchen

Seit dem 31.01.2012 machen wir, Ilka Harms und Ramona Moeller, im Rahmen unserer Ausbildung zur Erzieherin ein halbjährliches Praktikum im Haus der Jugend Rotenhäuser Damm. Jeden Donnerstag nehmen wir am Hip Hop  Tanzprojekt in der Schule Fährstraße teil. Der ausgebildete Tanzlehrer Luca Nzioka bietet das Projekt unter der tatkräftigen Unterstützung von Claus Niemann und Gökce Güler vom HdJ Wilhelmsburg an. Mädchen aus den 4. Klassen haben die Möglichkeit an diesem Kurs teilzunehmen und nehmen dieses Angebot sehr gerne wahr. Aktuell handelt es sich um 15 Mädchen, die außerhalb der Schule eher weniger die Möglichkeiten haben in Sportvereinen oder ähnlichen Kursen in Tanzschulen aktiv zu sein. In der Gruppe sind zurzeit 13 Nationalitäten vertreten. Hip  Hop ist also multikulturell. Viele Menschen, die hören, dass die Mädchen einen Hip  Hop Kurs machen, rümpfen die Nasen und äußern Bedenken darüber, ob es sinnvoll ist den Mädchen gerade diese Tanzart beizubringen. Hip  Hop hat für sie leider immer noch ein Schmuddel - Image. Wir sind von dem Angebot absolut positiv beeindruckt. Die Mädchen lernen eine Choreografie mit ganz vielen verschiedenen Schritten, Bodenelementen und Armbewegungen, die auf verschiedene Lieder anwendbar ist. Sie bekommen durch solche Choreografien ein Takt- und ein besseres Körpergefühl. Durch den Erfolg, der sich einstellt, wenn die Mädchen die Schritte richtig können und durch die Anerkennung der anderen Teilnehmerinnen entwickeln sie Stolz und ein gesundes Selbstbewusstsein. Dazu kommt dann noch die soziale Komponente.

Die Mädchen müssen lernen im Team zu arbeiten, sich unterzuordnen, sie lernen es, dass sie nicht immer im Vordergrund stehen können und sie lernen die anderen Tänzerinnen zu akzeptieren. Mit den Schwächen, Stärken, dem Aussehen oder der Nationalität. Die Mädchen lernen all dies spielerisch, im Grunde ohne es zu merken, dafür aber mit reichlich Spaß und Leidenschaft für das Tanzen. Natürlich entstehen bei 15 Mädchen im frühen Teenager-Alter auch mal Konflikte. Auch diese tragen zu ihrer Charakterbildung bei. Zusammen mit Claus Niemann und Gökce Güler hilft Luca Nzioka den Mädchen, neben dem Erlernen der Choreografie, dabei die Differenzen beizulegen und zeigt ihnen Möglichkeiten auf, wie man solche Situationen in Zukunft sinnvoll lösen kann. Abschließend können wir nur sagen, dass wir so ein harmonisches Miteinander selten in einer so unterschiedlichen Gruppe gesehen haben. Dieser Tanzkurs erreicht Mädchen verschiedenster sozialer und ethnischer Hintergründe. Sie überwinden über ein gemeinsames Interesse am Hip Hop Tanz ihre Gegensätze. Das Projekt integriert aber auch, was uns ganz besonders wichtig erscheint, das internationale Potential der in Wilhelmsburg lebenden Mädchen. Des Weiteren können wir bei den Mädchen von Woche zu Woche tolle Fortschritte entdecken und bewundern. Leider werden solche Kurse in Wilhelmsburg viel zu selten angeboten, was oft auch in den fehlenden finanziellen Ressourcen der Kinder- und Jugend- Einrichtungen begründet liegt. Hoffen wir für die Zukunft unserer Kinder, dass es bald weitere solcher Angebote gibt.

 

Ilka Harms und Ramona Moeller