(ten) Wilhelmsburg.

Seit über einem Jahr verbringt Pia Braukmann ihre Samstage in der Küche des Hauses der Jugend (HdJ) in Wilhelmsburg. Sie gehört damit zu jenen 29% der Hamburger Bürgerinnen und Bürger, die sich ehrenamtlich engagieren. Ohne den Einsatz von Menschen wie Pia Braukmann für das Ehrenamt könnten viele soziale Projekte gar nicht aufrechterhalten werden.

Uli Gomolzig, Leiter des Haus der Jugend, freut sich sehr über die „phantastische Ehrenamtliche“.

 „Wir sind sehr dankbar, dass sie sich seit über einem Jahr im HdJ Wilhelmsburg engagiert.“

Es ist Sonnabend, kurz nach drei Uhr nachmittags und in der kleinen Küche des Hauses der Jugend in Wilhelmsburg wird es langsam eng.

Während auf der einen Seite von fleißigen Kinderhänden Salat geschnippelt, Gurken geschält und Paprika in Herzformen geschnitzt werden, stehen auf der anderen Seite die Fleischbeauftragten des heutigen Tages und passen auf, dass in den Pfannen nichts anbrennt. Daneben köchelt der Reis.

Sechs Kinder haben sich heute im Zuge des interkulturellen pädagogischen Mittagstisches zum Kochen eingefunden. Das  sonnabendliche Angebot des HdJ sorgt dafür, dass die Kinder, die oft aus problematischen Verhältnissen kommen, auch am Wochenende, wenn keine Schule stattfindet, eine warme Mahlzeit bekommen und eine Anlaufstelle haben, wo sie jederzeit willkommen sind. Ohne den Einsatz seiner ehrenamtlichen Mitarbeiter könnte das HDJ ein solches Angebot nicht aufrecht erhalten.

Pia Braukmann engagiert sich seit über einem Jahr in der Einrichtung. Die studierte Juristin arbeitet an der Universität Hamburg und promoviert im Europarecht. Die Entscheidung, sich neben Job und Promotion ehrenamtlich für die Wilhelmsburger Kinder einzusetzen, hat sie nie bereut.

„Ich wollte unbedingt etwas tun, bei dem ich nicht nur um mich selbst kreise, sondern mich unmittelbar für andere einsetzen kann. Das Feedback der Kinder ist überwältigend, auch wenn es manchmal anstrengend ist. Sie geben einem unheimlich viel zurück und sind so die größte Motivation, hier seine Zeit zu verbringen.“

Zum Haus der Jugend, das inzwischen seit über 40 Jahren als Lebens- und Lernort für die Kinder und Jugendlichen aus dem Wilhelmsburger Reiherstiegviertel offen steht, hat die 30-Jährige über das Stiftungsprojekt  Gute-Tat.de gefunden.

Die Internetseite versteht sich als Informations- und Vermittlungsplattform, die vorrangig kleinere und mittlere Hilfsprojekte in München, Berlin und Hamburg unterstützt. Ziel ist es, über das Medium Internet möglichst unkompliziert Menschen, die sich engagieren wollen, mit konkreten Hilfsprojekten in ihrer Umgebung zusammenzubringen.

„Die Plattform hat mich sofort überzeugt“, sagt Pia Braukmann. „Hier kann jeder das für ihn passende Projekt mit dem für ihn passenden Zeitaufwand finden – egal, ob er einmalig bei einer bestimmten Aktion helfen möchte oder ein längerfristiges Engagement anstrebt.“

Im HDJ sind aus den sechs Kindern inzwischen elf geworden. Jedes wird

willkommen geheißen, wer nicht mitgekocht hat, verdient sich die Mahlzeit durch Mithilfe beim Tischdecken oder späteres Abwaschen.

Am Tisch geht es laut und fröhlich zu, Reste werden keine übrig gelassen. Dafür schmecken Salat und Reis mit Putenfleisch den Kindern viel zu gut.

Und wenn Pia Braukmann dann am Ende in elf satte und glückliche Gesichter schaut, wird sie wieder wissen, weshalb sie hier ihre Zeit investiert.

„Das ehrenamtliche Engagement von Pia Braukmann ist absolut vorbildlich und hat es verdient, wertgeschätzt zu werden“, so Uli Gomolzig. „Pia Braukmann tut dem HdJ und seinen Kindern einfach nur gut. Vielleicht finden sich ja Nachahmer bzw. Nachahmerinnen“, hofft der Leiter des Hauses.

 

Kochen für Reiherstieg-Kinder

Ehrensache für Pia Braukmann

Pia Braukmann kocht mit Kindern aus dem Reiherstiegviertel.

Allen macht es dabei sichtlich Spaß.