Wird Wilhelmsburg zugemüllt?

Ich las neulich in einer lokalen Zeitung, dass sich Egon Martens nicht mehr um die Sauberkeit in Wilhelmsburg kümmern wird.

Er engagierte sich in der Arbeitsgruppe „Stadtteilpflege“.

Mehr als 13 Jahre kümmerte sich diese ehrenamtlich arbeitende Projektgruppe um die Sauberkeit Wilhelmsburgs.

Nun löste sich diese Gruppe offenbar auf.

Resigniert mussten ihre Aktivisten feststellen, dass die Vermüllung in Wilhelmsburg, trotz ihrer großen Anstrengungen, leider immer mehr zugenommen hat.

„Was nützt es, wenn überall schöne neue Dinge entstehen, diese dann aber immer schnell zugemüllt werden?“, fragte sich nicht nur ein Egon Martens.

Ganz zu schweigen von den vielen Schmierereien, die viele alte und neue Hauswände in Wilhelmsburg bestimmt nicht schöner machen!

Was ist also zu tun?

Resignation ist natürlich verständlich, allerdings ist sie in der Sache bestimmt nicht hilfreich.

Mich beeindrucken einige Kinder und Jugendliche aus dem Umfeld des Hauses der Jugend, die regelmäßig den Einrichtungsaußenbereich und die große Multisportanlage des Rotenhäuser Feldes vorbildlich von Müll und Schmierereien befreien.

Und das Ganze seit etlichen Jahren.

Sie agieren absolut vorbildlich und ganz ohne große Worte.

Manches Mal werden sie sogar belächelt und verspottet, auch von den so genannten Erwachsenen.

Ein Mädchen aus dieser Gruppe berichtete mir von einer älteren Frau, die vor ihren Augen eine leere Getränkedose auf den Boden geworfen hatte.

Als das 12- jährige Mädchen sie auf ihr Fehlverhalten ansprach und auf den Mülleimer in unmittelbarer Nähe verwies, wurde es beschimpft und mit Schlägen bedroht.

Ein schlimmer Vorfall, der natürlich sehr einschüchternd wirkt!

Zum Glück hat sich die betroffene 12- Jährige in ihrem Engagement davon nicht beirren lassen.

Es ist völlig verdient gewesen, dass diese jungen Leute ein Dankeschönessen vom Sanierungsbeirat S5 spendiert bekommen haben.

Allein ausreichend ist so eine Saubermach- Aktivität natürlich ganz und gar nicht.

Ein Thema „Sauberkeit, Müllvermeidung, Müllentsorgung“ gehört unbedingt in den Schulunterricht.

Man kann es auch anders nennen, egal wie. Aber es sollte und muß endlich etwas passieren!

Lehrer und Pädagogen sollten auch einmal ernsthaft über entsprechende Patenschaften nachdenken.

Über Patenschaften für Straßen, Parks, Sportanlagen und so weiter.

Das Engagement am Rotenhäuser Damm ist ein Silberstreif, mehr nicht.

Aber immerhin!

Nachmacher sind gefragt!

Danny, 22.03.2014