Leidtragende sind die Kinder und Jugendlichen

Die Wilhelmsburger Kinder- bzw. Jugendtreffs müssen, bedingt durch ihre ständige Mitarbeiterknappheit im Moment leider relativ oft ihre Einrichtungszeiten reduzieren.

Leidtragende sind immer die vielen Kinder und Jugendlichen, die dann allzu oft vor verschlossenen Türen ihrer geliebten Treffs stehen.

Dass Kinder und Jugendliche jenseits der Schule Räume für ihre Entwicklung brauchen, war bisher von fachlicher und wissenschaftlicher Seite unstrittig. Die Arbeit der Kinder- und Jugendtreffs wurde allgemein wertgeschätzt.

Die Notwendigkeit eines offenen und leichten Zugangs zu Hilfe und Unterstützung vor allem für benachteiligte junge Menschen wurde in den letzten Jahren stets als wichtig hervorgehoben.

Sind die Angebote der Kinder- und Jugendarbeit keine wichtigen und notwendigen Leistungen mehr?

Ich finde, dass es ganz wichtig ist, dass die Kinder- und Jugendtreffs verlässlich und erfolgreich arbeiten können. Sie müssen dann aber auch finanziell und personell angemessen ausgestattet sein.

Viele der Mitarbeitenden in den Kinder- und Jugendhäusern arbeiten mit großem Engagement für die Kinder und Jugendlichen, erbringen mit wenig Gehalt große Leistungen für uns, die Kinder und Jugendlichen, für unsere Gesellschaft.

Es scheint mir aber, dass inzwischen viele, zu viele von ihnen resignieren. Sie müssen sich allzu oft mit zu wenigen Stellen und Ressourcen den neuen Herausforderungen stellen.

Sozialräumliche Hilfen, die Mitarbeit im Ganztag sind nur zwei neue Arbeitsbereiche, die sie, neben ihren traditionellen Aufgaben, zu bewältigen haben.

Nebenbei sei erwähnt, dass das so genannte "Sozialmonitoring 2013" der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt deutlich zeigt, dass Wilhelmsburg nach wie vor von sozialen Problemlagen bis hin zu prekären Lebensverhältnissen geprägt ist. Und daran haben IBA und IGS auch kaum etwas dran ändern können.

Alleine vor diesem Hintergrund ist die Arbeit der Kinder- und Jugendtreffs abzusichern, finanziell zu unterstützen.

Wir brauchen natürlich auch keinen neuen Wasserkopf, ob er nun Bildungsbüro, oder wie auch immer, heißt.

Solchen oder ähnlichen Forderungen, wie sie im Stadtteil von Bildungslobbyisten zur Zeit formuliert werden, erteile ich eine klare Absage.

Wir brauchen Menschen, die für uns da sind, die die Einrichtungstüren wieder langfristig öffnen, die für uns in den Einrichtungen arbeiten. Nicht mehr und nicht weniger.

 

Murat K., im März 2014